Innere Zufriedenheit und Ruhe finden

Ein Kollege sagte mal: „Ich bin Freund des natürlichen Aufwachens.“

„Gute Idee“, dachte ich. „Ich auch.“

Und das halte ich seit vielen Jahren an den meisten Tagen durch.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ich zwar sanft erwache, jedoch kurz danach im Gedankenkarussell festhänge.

Noch nicht ganz wach, brodelt etwas in mir, das dafür sorgt, dass ich mir die Decke nochmal über den Kopf ziehe – Stress. „Oh nein! Das kann nicht wahr sein.“ Und schon geht es los: „Du musst dies unbedingt machen. Das ist gestern liegengeblieben……“ Ich weiß zwar noch nicht welcher Tag heute ist, aber die To-do-Liste, die ich auch heute wieder nicht schaffen werde, ist klar und deutlich präsent. Keine Spur von innerer Zufriedenheit und Ruhe. Mir wird schlecht.

Der Grund für die Energielosigkeit

Es folgen noch im Liegen Schuldzuweisungen und Beschimpfungen meinerseits an mich. Ist das ein Wunder, dass ich nicht aus dem Bett komme und mir jegliche Energie fehlt? Das ich nicht faul bin und jeden Tag eine Menge Dinge auf dem Weg zu meinem Ziel schaffe, fällt mir in dem Moment nicht ein. Meine Energielosigkeit verwundert mich allerdings schon, weil ich doch liebe was ich tue. Wirklich! Auch wenn ich mit dem Ergebnis nicht immer zufrieden bin. Warum bin ich also noch vor dem Aufstehen total platt und energielos, anstatt hoch motiviert aus dem Bett zu springen und frisch ans Werk zu gehen?

Der Blick in die Vergangenheit

Ich entschloss mich, einen tieferen Blick in die Vergangenheit zu wagen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Die Mischung aus innerer Unruhe und Angst sorgt dafür, dass der klare Blick auf unser Leben verstellt ist. Plötzlich schaust Du auf Dein Leben und siehst nur Dinge, die missglückt sind. Du fühlst Dich als Versager und vor Dir liegt ein dunkler Tunnel, der ins Nichts führt. Kein Zustand der zu Hochleistungen motiviert. Wir sind alle nach wie vor gehorsame Kinder unserer Eltern und wenn für die nur Leistung zählte, wir nichts richtig machen konnten, übernehmen wir unbewusst deren Rolle und treiben uns selbst zu Höchstleistungen an. Zusätzlich vergleichen wir uns gerne mit Anderen, die einen völlig anderen Lebenslauf haben. Ein sicherer Weg zum Unglücklich sein. Keine Chance für innere Zufriedenheit und Ruhe. Wie kommst Du aus dieser Abwärtsspirale wieder heraus?

Der Weg zu innerer Zufriedenheit und Ruhe

Ich trat mit beiden Füßen auf die Bremse. „Du musst gar nichts!“ sagte ich mir, wenn morgens vor dem Aufstehen das Gedankenkarussell loslegte. Gleichzeitige legte ich mir eine „Morning-Routine“ zu. „Ich bin dankbar für ….“ – noch im Bett und nach dem Frühstück eine kleine Meditation. Augen zu, den Atem beobachten und sonst nichts. Stille. Gedankenkarussell anhalten. Später dann habe ich Gebet und das Lesen in der Bibel in meine Morning-Routine integriert und bitte seitdem Gott um Führung und Beistand für diesen Tag. Das beruhigt mich ungemein. Weiß ich doch, dass er den besseren Überblick hat und mein Leben sowieso in der Hand hält. Ich fühle mich getragen.

„Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.“ Psalm 38,5

Erstaunlicherweise beobachtete ich mit der Zeit, dass aus der Stille Ideen und Hinweise entstanden, die für meine jeweilige Situation oder die anstehende Arbeit nützlich waren. Innere Zufriedenheit und Ruhe stellen sich ein.

Im Zentrum des Sturms

Manchmal bekommen wir keinen Zugang zu dieser Stille. Ein Sturm tobt in unserem Inneren. Irgendetwas treibt uns unnachgiebig an. „Du musst aber doch…“ oder „Du kannst doch nicht einfach…“ Wenn wir uns davon beeindrucken lassen, spüren wir eines Tages, dass wir völlig gestresst und überfordert sind. Die Unzufriedenheit wächst, die innere Unruhe auch.

Im Zentrum eines Sturms ist es ganz still. Lass Gott das Zentrum Deines inneren Sturms sein. Krall Dich mit allem was Du hast an ihm fest. Lerne Bibelverse auswendig. Du brauchst Deinem Gedankenkarussell nicht zu folgen. Halt es an! Du musst Deiner Angst nicht erliegen – Du kannst ihr an Gottes Hand begegnen. Gib Deiner inneren Unruhe nicht nach – steh still und atme. Sei der Beobachter, der den Sturm betrachtet. Du wirst feststellen, das Dich eine unsichtbare Kraft hält. Gott ist nur ein Gebet entfernt.

Innere Ruhe und Zufriedenheit kehren ein

Du brauchst Dich von innerer Unruhe, Angst und Unzufriedenheit nicht länger blockieren zu lassen. Sei der Beobachter des Geschehens und atme. Lausche der Stimme Gottes im Inneren, die freundlich zu Dir spricht und folge seiner Wegweisung.

Schreib mir Deine Erfahrungen

Wie machen sich innere Unruhe und Unzufriedenheit bei Dir bemerkbar? Wie gehst Du damit um? Welche Tipps hast Du, für innere Zufriedenheit und Ruhe? Welche Fragen sind noch offen geblieben? Ich freue mich über regen Austausch. Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn mit Deinen Freunden.

Herzlichst

Renate Monheimius